Abschluss meiner Laufkarriere . . .
beim Schlosslauf am 9. Oktober 2011 in der Sie & Er
- Stafette
Die Laufsaison 2011 war für mich eine Zeit des Umdenkens und der Neuorientierung. Ich hatte
nach über 25 Jahren Laufsport zum ersten Mal an keinem einzigen Wettkampf mehr teilgenommen
Irgendwie hatte sich das Feuer in mir nicht mehr entfacht das mich jeweils, nach jeder
abgeschlossenen Saison, erneut zu grossen sportlichen Zielen trieb.
Über all die Jahre war ich es gewohnt von meinem Körper grosse Leistung abzuverlangen, um
die oftmals recht hohen Erwartungen an einem Wettkampf umsetzen zu können. Es war für mich
dabei jedoch immer wichtig mit meinem Körper eine Art Kommunikation zu führen. Von ihm zu
fordern wenn etwas Wichtiges anstand, mit ihm aber auch Abmachungen einzuhalten um ihn
ruhen zu lassen wenn es nötig wurde. Letzten Winter, nach einer überaus erfolgreichen,
physisch und mental jedoch äusserst intensiven Saison spürte ich, dass mein Körper nicht mehr
bereit war nochmals eine von harten Trainings und Wettkämpfen bestimmte Laufsaison mitzumachen
.
Damals war der Entscheid vom Leistungssport zurückzutreten im Kopf bereits gefallen. Im
Herzen war ich allerdings noch nicht so weit. Zu schön war das Gefühl über all die Jahre
gewesen ganz vorne in meiner Altersklasse mitlaufen zu können. Es war nicht einfach, ich
brauchte viel Zeit um mir sicher zu sein. Sicher zu sein auch, dass der Kampfeswille und das
Siegen wollen nicht mehr derselbe Stellenwert hatten wie über die vielen Jahre hinweg, wo ich
mein Hobby mit so viel Leidenschaft und Leichtigkeit gelebt hatte.
Und da hatte ich ja noch einen Sponsoringvertrag, den es wenigstens einigermassen zu erfüllen galt.
Im Sommer versuchte ich mich daher noch einmal flott zu machen für zwei drei Rennen im
Herbst. Doch ich musste definitiv einsehen, dass mein Körper die für erfolgreiche Wettkämpfe
nötigen Trainings nicht mehr so gut verdaute wie auch schon. Ich spürte auch nicht mehr die
Leichtigkeit und Freude mit der ich jeweils schnell unterwegs sein konnte. Diese Erfahrung
brachte dann die endgültige Entscheidung.
Am letzten Sonntag feierte ich anlässlich des Schlosslaufes nun den offiziellen Abschluss
meiner über 25-jährigen Laufkarriere mit einer Sie&Er-Stafette.
Die Idee kam mir nachdem mich die für das Sponsoring bei Tower Sports Verantwortliche
wieder einmal per Email anfragte, ob ich noch immer keine Wettkämpfe laufen wolle oder könne.
Ich suchte nach einer guten Lösung, um mich in Anbetracht meines mässigen Formstandes auf
elegante Art und Weise und ganz bewusst von der Laufszene verabschieden zu können. Ich
antworte Isabella von Tower Sports, dass ich mich nun definitiv entschlossen habe mich vom
Wettkampfsport zurückziehen. Und ich fragte sie bei dieser Gelegenheit, ob sie nicht mit mir
zusammen in einer Stafette starten würde, um mich so noch einmal dem einheimischen
Publikum zeigen zu können. Ihre spontane Zusage freute mich sehr. Ich dachte mir, ich könnte
meine bescheidene Wettkampfform in diesem Rahmen hinter einer Frau verstecken, um mich so
relativ locker und genüsslich vom Publikum verabschieden zu können. Anfänglich glaubte ich
noch, ich müsste meiner Laufpartnerin den Druck und die Nervosität dämpfen, indem ich ihr
erklärte, dass ich absolut keine Ambitionen auf eine vordere Rangierung hätte und ich auch von
ihr keine Superzeit erwarten würde. Doch bei unserem gemeinsamen Training auf der
Originalstrecke eine Woche vor dem Rennen nahm mein Vorhaben eine komplett andere
Richtung an. Als sie dann mit mir zusammen nach einer lockeren Besichtigungsrunde die
Strecke nochmals, allerdings diesmal im Wettkampftempo, absolvieren wollte, war ich als
Tempomacher sehr gefordert. Und als Isabella danach auch noch von einem möglichen
Podestplatz sprach, wusste ich endgültig, dass dieser Paarlauf kein gemütliches Schaulaufen sein würde
.
Die paar Tage vor dem Rennen brachten mich noch einmal in einen alt bekannten Zustand. Ich
schaute ein bisschen besser auf meine Ernährung, trainierte zielgerichteter und in meinem Kopf
machte sich allmählich Wettkampffieber breit.
Am Wettkampftag waren wir beide recht kribblig. Während Isabella sich in das vorwiegend aus
Läuferinnen bestehende Startfeld begab, machte ich mich am Übergabeort bereit.
Gespannt wartete ich auf meinen Einsatz. Es kam wie in den letzten Tagen irgendwie geahnt,
Isabella gab den Tarif an und übergab mir den Bändel als Zweitplazierte. Es lag also ein riesiger
Erwartungsdruck auf mir. Doch trotz vollem Einsatz schaffte ich es nicht, über die knapp 2
Kilometer diesen Platz zu verteidigen und übergab ihr als Drittplazierter (siehe Bild aus der Zeitung).
Als Isabella bei ihrem zweiten Einsatz den zweiten Platz wieder zurück erkämpft hatte und mich
in dieser guten Ausgangslage auf die letzte Runde schickte, war für mich alles klar. Jetzt durfte
ich nicht schlapp machen, jetzt musste ich noch einmal Stehvermögen zeigen und voll Gas
geben . . . und ich schaffte es die gute Plazierung zu halten.
Die kontrastreiche Mischung aus jungem, erfrischendem Frauenpower und alter Wettkampfhärte
bescherte uns beiden einen schönen sportlichen Erfolg und ein unvergessliches Lauferlebnis.
Ich lief mir dabei beinahe die Lunge aus dem Leib. Jedenfalls hustete ich noch den ganzen
Abend lang, so gross war die Anstrengung gewesen.
Tja, das hat man dann wohl davon, wenn man meint man könne sich im fortgeschrittenen Alter
noch mit einer jungen Frau zusammentun!?
Doch es war, unbeabsichtigt zwar, noch einmal ein richtig spannender und harter Wettkampf wie
ich ihn immer liebte. Es war ein absolut würdiger Abschluss meiner Laufkarriere.
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Herzlichen Dank an Jörg Kühne
Wir werden Dich vermissen und Danken Dir recht herzlich für
A L L E S was wir mit Dir erleben durften .
Wie das schönste Lauftraining RUND um den Walensee, einfach unvergesslich
und natürlich auch das harte Wintertraining mit Dir war auch immer ein Spass und Leiden aber es hat uns immer schneller gemacht .
Hoffe das Du bei uns einmal zum Lauftraing kommst um zu trainieren und plaudern , wir würden uns sehr freuen und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen
Wir wünschen Dir alles Gute , Gesundheit und geniess es
Bis bald einmal